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Sternenmarsch zum Bürgerfest

350 Gäste bei Einheitsfeier in Schlagbrügge / Wappen an Schlagsdorf überreicht

Schlagbrügge – Wer die Einheit der Deutschen erleben möchte, der muss nach Schlagbrügge gehen. Dort feierten am Sonnabend Schleswig-Holsteiner und Mecklenburger wenige Tage vor dem historischen Datum den Fall der Mauer.

Volker Bohlmann

SVZ vom 02.11.2009
Im Lichterschein der Fackeln wanderten die Bürger nach Schlagbrügge.
Fotos: Volker Bohlmann
Im Lichterschein der Fackeln fanden mehr als 350 Bürger beim Sternmarsch am Sonnabend den Weg von Wietingsbek, Schlagsdorf und Groß Molzahn nach Schlagbrügge. 20 Jahre nach dem Fall der Mauer luden dort die Ämter Lauenburgische Seen und Rehna zum grenzüberschreitenden Bürgerfest auf dem Reithof Hagen ein. Die Freude über „das Fest des Miteinanders“, wie es Martin Fischer, Amtsvorsteher Lauenburgische Seen treffend formulierte, war jedem Besucher anzumerken. Eine Gedenkminute in Erinnerung an die historischen Stunden vor 20 Jahren ermöglichten die Mitglieder der Mecklenburger Hornmusik mit dem Spiel der Nationalhymne.

„Die Grenzöffnung ist ein emotionales Erlebnis, das wir nicht vergessen“, so der lauenburgische Kreispräsident Meinhard Füllner rückblickend auf das Jahr 1989. Kurz, knackig und inhaltsreich seine Rede und die lobenden Worte: „Ich danke den Akteuren der Einheit.“ Eine Anerkennung der Leistungen, die die Menschen im Herbst 1989 im Osten erbrachten und ein Dank an jene Politiker, den es an Visionen zur Einheit nicht mangelte.

Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise sollten die Ereignisse von einst Antrieb sein, meint Füllner. Und: „Lassen sie uns wichtige Gemeinsamkeiten neu entdecken.“ Der Kultur-, Tourismus-, Natur und Wirtschaftsraum biete genügend Spielraum für gemeinsame Aktivitäten.

Aus Sicht von Festredner Robert Paeplow sei die Feierstunde am Reformationstag mehr als passend: „Dieser Tag steht für Veränderung und Erneuerung, selbst in der heutigen Zeit“. Der ehemalige Chef der Agentur für Arbeit in Gadebusch berichtet von seinem Aufbruch am 1. Januar 1990 über die Grenze nach Schlagsdorf, von Begegnungen mit Menschen, die heute längst Freunde sind. Und darüber, was einzelne Menschen mit festem Willen im Sinne der Allgemeinheit leisten und was sie in Form eines Wikingerschiffes zu Wasser brachten: Ein mit dem Verein Alte Schule initiiertes Gemeinschaftsprojekt diesseits und jenseits der Kreisgrenzen, um auf dem Arbeitsmarkt benachteiligten Jugendlichen neue Perspektiven zu eröffnen. „Und das Schiff schwimmt heute noch“, so Paeplow.

Projekte die ermutigen, neue Aufgaben anzugehen. Wohl nicht anders sahen es Stefan Becker, Steffen Wramp und Horst Oschewski (Anm. d. Red.: Oschätzky), deren Engagement den Schlagsdorfern ein eigenes Wappen ermöglichte. „Eine hervorragende Idee. Und der heutige Tag könnte nicht passender für eine Übergabe sein“, sagt Gerhard Rappen, Stellvertreter der Landrätin im Nordwesten. Er überreichte Schlagsdorf Bürgermeister Ingo Melchin unter Applaus der Gäste die Urkunde des Innenministeriums.

Während im Wappen das Kreuz mit Krone die Zugehörigkeit zum Bistum Ratzeburg symbolisiert, stehe der Lindenzweig für die Gerichtslinde von Schlagsdorf und die vier Blätter für je einen Ortsteil, so Melchin. Angesichts der Verdienste der Gemeindewehr überreichte er den Mitgliedern erste Ärmelabzeichen mit dem neuen Wappen.

Ein Abend voller Symbolik, Worte des Lobes und im Sinne einer Bürgerfeier, wie sie nur echte Freunde in gelebter Einheit begehen können.

SVZ vom 02.11.2009
Gerhard Rappen (r.) überreichte Ingo Melchin das Wappen.
SVZ vom 02.11.2009
Michael M. Schulz setzte auf Symbolik und feierte
das Ende der Diktatur vor 20 Jahren.

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